Hohkeppeler Hof


Hofgarten heute geschlossen 20.05.2012

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Die Geschichte des „Hohkeppeler Hofs“

Von Anne Scherer - Heimatforscherin

Es gibt zwei unterschiedliche Entstehungsgeschichten des Hohkeppeler Hofs. Die eine enstpringt dem Volksmund. Hiernach fand im Jahr 1796 zu Beginn der „Franzosenzeit“, als die Truppen Napoleons das Rheinland besetzten, eine Frau in Hohkeppel die Kriegskasse der durchziehenden französischen Soldaten. Da sie den Wert des Lederkoffers nicht einschätzen konnte, tauschte sie ihren Fund mit ihrem Nachbarn Wilt gegen einen Laib Brot.

Wilt plante, mit dem Geld aus der Kriegskasse sozusagen „über Nacht“ ein vorgefertigtes Fachwerkgerüst auf Kirchengrund zu setzen. Nach damaligem Recht durfte ein einmal aufgebautes Haus nicht wieder abgebrochen werden, auch wenn es illegal errichtet war. 1798 soll der Bau vollendet gewesen sein. Wilt eröffnete hier ein Fuhrquartier. Danach verlor die alte Fuhrmannsherberge im „Weißen Pferdchen“ an Bedeutung. Soweit der Volksmund.

Die wirkliche Entstehungsgeschichte sieht etwas anders aus, wie Quellen im Hohkeppeler Pfarrarchiv und im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf belegen. Bereits im Jahr 1784 entschloss sich der „Steuerunterempfänger“ Johann Wilt, verheiratet seit 1766 mit Anna Catharina Müller aus der Loxgasse, ein Haus zu bauen. Die Kirche bot zwei Bauplätze auf Wiedenhofland an. Den größeren der beiden erwarb Johann Wilt.

In Anwesenheit der „Kurfürstlichen Durchlaucht“, Schultheißverwalter Court, des Scheffen Krawinckel und des Oberamtmanns Reichsgraf von Nesselrode wurden am 27. Juli 1784 die Verkaufsbedingungen festgelegt. Johann Wilt ersteigerte für 12 Reichstaler einen halben Morgen Land in Erbpacht. Jedes Jahr auf „Martini“ am 11.11. musste der jährliche Pachtzins entrichtet werden. Nach der Vertragsunterzeichnung am 11. August 1784 konnte Wilt den Hausbau beginnen.

Im Zusammenhang mit einer Wegestreitsache zwischen Wilt und seinem Nachbarn, dem Schatzboten Johann Wilhelm Müller, entstand im August 1785 eine Zeichnung des Landmessers Johann Heinrich Höller, auf der Haus, Stall und Scheune des Wilt schon zu sehen sind. Somit ist historisch belegt, dass das stattliche Fachwerkhaus bereits 1784/85 fertiggestellt wurde.

Nach dem Tod der Eheleute Wilt erbte die erstgeborene Tochter Anna Catharina, die mit Heinrich Gammersbach vom Burghof verheiratet war, das Anwesen. Nach deren Tod übernahm der Sohn Franz Josef Gammersbach den Besitz. Danach erwarb Johann Philipp Wirtz vom gegenüberliegenden Lehmshof (heute Fam. Wiechers) das Gut. Im Jahr 1877 ersteigerte es der Bäcker Wilhelm Müller, gebürtig aus Obersteeg, von den Erben Wirtz und richtete eine Gaststätte ein. Der Sohn gleichen Namens übernahm den Bäckerei- und Gaststättenbetrieb und unterhielt zusätzlich noch ein Lebensmittelgeschäft mit Fleischereiabteilung sowie eine Poststelle.

Im Jahr 1928 kaufte die Familie Heinrich Prues das Anwesen und betrieb die Gaststätte und bis 1958 noch eine kleine Landwirtschaft weiter. Den alten, großen „Königswinter-Backofen“ riss man 1929 ab. Bis heute ist das fast 225 Jahre alte Haus im Besitz der Familie Prues.


Speisen des Tages im Hohkeppeler Hof

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